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In der Küche fällt ein Teller vom Tisch, im Kinderzimmer streiten zwei Kinder und das Handy vibriert und erinnert an die nächste Deadline, die unbedingt eingehalten werden muss. Dazwischen: Wäscheberge, unerledigte Buchhaltung, Rechnungen, die noch geschrieben werden müssen, und immer wieder ein „Mama, wo finde ich das...?“ oder „Mama, hast du kurz Zeit?“.
Inmitten dieses ganzen Trubels eine grazile Gelassenheit zu entwickeln – das klingt oft leichter gesagt als getan. Lange ging es mir ganz genauso, bis ich auf bestimmte Tools und biologische Stellschrauben gestoßen bin, die mir im Alltag dabei helfen, in nahezu jeder Situation in meiner Mitte zu bleiben.
Denn Gelassenheit ist keine Charaktereigenschaft, die man einfach hat oder nicht hat. Sie ist eine Frage unseres Nervensystems. Wenn unser Vagusnerv überreizt ist, schaltet der Körper sofort auf Kampf oder Flucht. Mit den richtigen Routinen können wir das Nervensystem gezielt beruhigen.
Diese 20 Tipps teile ich heute mit dir:
Lass absichtlich kleine Fehler zu, z.B. einen schiefen Strich beim Schreiben oder ein unordentliches Kissen. Das trainiert das Gehirn, Perfektionismus loszulassen und Druck aus dem System zu nehmen. Dein Gehirn reagiert zukünftig entspannter auf Fehler und du kommst gelassener durch deinen Alltag.
Mach es wie Steve Jobs (der die Parallele zum Spazierengehen liebte): Schalte das Radio und die Musik aus. Lass den ständigen Filter weg, der im Alltag immer mitlaufen muss. Stille im Auto ist pure Erholung für unser Gehirn. Wusstest du eigentlich, dass dabei genau derselbe Effekt einsetzt wie beim Spazierengehen? Wenn wir in einem Raum sitzen und angestrengt nachdenken, verengt sich unser Blickfeld und damit auch unsere Gehirnaktivität. Beim Gehen oder eben auch beim Autofahren passiert jedoch das Gegenteil: Die sogenannte optokinetische Stimulation (die Vorbeibewegung der Umgebung an unseren Augen) dämpft nachweislich die Aktivität der Amygdala – unserem Angst- und Stresszentrum im Gehirn. Das schaltet den Stress im Kopf wie von Zauberhand ab!
Ein paar tiefe, bewusste Atemzüge in den Bauch (wobei die Ausatmung länger ist als die Einatmung) signalisieren dem Nervensystem sofort: „Es ist alles gut, du bist sicher.“
Bevor der Trubel des Tages startet, nimm dir fünf Minuten nur für dich. Kein Handy, keine Reize – einfach nur Ankommen im Hier und Jetzt.
Lege feste Zeiten fest, in denen das Smartphone in einem anderen Raum liegt. Ständige Erreichbarkeit hält das Nervensystem im Dauermodus.
Du musst nicht jede Bitte sofort erfüllen. Übe dich darin, liebevoll, aber bestimmt „Nein“ zu sagen, um deine Energiereserven zu schützen.
Auch nur zehn Minuten draußen im Wald oder um den Block bringen den Puls runter, erden den Körper und beruhigen durch die vorbeiziehende Natur sofort unsere Amygdala, wie ich bereits beim Punkt Radio aus beim Autofahren beschrieben habe.
Wusstest du, dass unser Gehirn und unser Nervensystem hochwertige Fette brauchen, um reibungslos zu funktionieren? Hochwertige Omega-3-Fettsäuren auf Algenbasis – wie das Function (Omega 3) von everydays – sind ein echter Gamechanger für die mentale Balance. Sie unterstützen die Regeneration der Nervenzellen, ohne den Magen zu belasten oder fischig aufzustoßen.
Wenn dir tausend Gedanken durch den Kopf schwirren: Schreib alles ungefiltert auf ein Blatt Papier. Was auf dem Papier steht, muss das Gehirn nicht mehr krampfhaft festhalten. Wenn du belastende Situationen durchlebst, dann schau mal nach dem Pennebaker-Protokoll. Das hilft mir immer super, vor allem bei emotionalen Themen.
Ein kalter Guss im Gesicht oder kaltes Wasser über die Handgelenke aktiviert den Parasympathikus und stoppt akuten Stress in Sekunden.
Schreibe dir jeden Tag nur drei Hauptaufgaben auf, die wirklich wichtig sind. Der Rest ist Bonus.
Suche dir abends bewusst drei kleine Momente des Tages heraus, die schön waren. Das schult den Blick weg vom Chaos hin zum Positiven. Wir haben die Angewohnheit, das beim Abendessen zu tun. Ich frage dann immer nach den 3 schönsten Erlebnissen des Tages und sofort gehen die Hände der Kinder nach oben und jeder möchte von seinen Erfolgen oder schönen Dingen erzählen. Das ist für unsere Familie täglich eine sehr wertvolle, gemeinsame Zeit.
Nach einer stressigen Situation hilft es, den Körper wortwörtlich „auszuschütteln“. Das baut das Adrenalin ab, das sich im Gewebe angesammelt hat.
Wechsle nicht abrupt von der Arbeit in den Familienmodus. Plane eine kurze Pufferzone ein (z. B. einmal durchatmen vor der Haustür).
Verabschiede dich vom Anspruch, in allem perfekt zu sein. Eine entspannte Mama ist für Kinder tausendmal wertvoller als ein makelloser Haushalt.
Dreh für ein einziges Lied deine Lieblingsmusik auf und tanz kurz mit den Kindern durch die Küche. Das schüttet sofort Glückshormone aus.
Sag deinen Lieben offen, wenn du gerade eine kurze Pause brauchst. Kinder verstehen das oft viel besser, als wir denken, wenn man es ihnen liebevoll erklärt.
Du kannst das Chaos im Kinderzimmer oder den verspäteten Termin nicht ändern? Konzentriere dich nur darauf, wie du in diesem Moment reagierst.
Lass das Smartphone eine Stunde vor dem Schlafen weg, um das Nervensystem auf die Nachtruhe vorzubereiten. Das verbessert die Schlafqualität enorm.
Verzeih dir, wenn es mal nicht klappt und du die Geduld verlierst. Niemand ist perfekt – wir lernen alle jeden Tag neu dazu.
Gelassenheit entsteht nicht, wenn das Leben perfekt ist – sondern wenn wir lernen, im Sturm stabil zu bleiben.
Welcher dieser Tipps hilft dir im Mama-Alltag am meisten?
Herzensgrüße,
Deine Nicole