Hallo ihr Lieben,
heute möchte ich mit euch (m)eine persönliche Herzensangelegenheit teilen 🙂 Wir haben derzeit bei uns zu Hause afrikanischen Besuch, was ziemlich aufregend ist. Sein Name ist Alfred, er ist 28 Jahre jung und hat in seiner Kindheit Dramatisches erlebt. Er verlor in dem schrecklichen 30 Tage Krieg in Ruanda seinen Vater und später auch seine Mutter, was ihn zum Vollwaisen machte. Wie sein von Trauer und Schmerz geprägtes Leben eine überraschende Wendung nahm, möchte ich euch heute gern erzählen.
Alfred Kwizera wurde am 20.06.1988 in Uganda als mittleres von insgesamt 9 Kindern geboren. Seine Kindheit war geprägt von dem Erleben des schrecklichen Krieges in Ruanda, bei dem er auch seinen geliebten Vater, der dort als Soldat diente, verlor. So musste er doch recht früh Verantwortung für seine kleineren Geschwister übernehmen und den leeren Platz des Vaters füllen. Auf Alfreds Schulten lastete sehr viel. Nachdem die Familie, bedingt durch den Krieg, zunächst aus Ruanda geflohen war, kehrten sie 1995 in ihre alte Heimat zurück. Doch auch mit dieser Rückkehr endeten die Herausforderungen nicht, denn das Familienleben war geprägt von Armut und Hunger.
Eine Chance diesen Kreislauf zu durchbrechen sah Alfred in dem Absolvieren einer schulischen Laufbahn. So ging er zunächst in eine Grundschule und wechselte dann zur Mittelschule. Doch wieder ereilte die Familie ein schrecklicher Schicksalsschlag, denn nun verstarb auch Alfreds Mutter ganz plötzlich. Gezwungen durch diesen traurigen Umstand brach er die Schule ab und kümmerte sich liebevoll um seine Geschwister, die sehr unter dem Verlust der geliebten Mutter litten. Er sah es als seine Pflicht an, seine jüngeren Geschwister zu versorgen und suchte sich deshalb schnell eine Arbeitsstelle. Leider reiche auch durch diesen Einsatz das Geld nicht aus und die elternlosen Kinder mussten oft hungrig zu Bett gehen. Sie fühlten sich ungeliebt und von aller Welt im Stich gelassen. Doch dann trat wundersamer Weise ein liebevolle ältere Dame in das Leben der Waisen. Sie kümmerte sich um die Kinder und Alfred könnte erneut zur Schule gehen. Gott war mit ihm und durch seine ausgezeichneten schulischen Leistungen durften nun auch seine jüngeren Geschwister die Schule besuchen.
Leider ging das frühere harte Leben an Alfred nicht spurlos vorüber. Seine traurige Vergangenheit hatte tiefe Narben in seiner Seele hinterlassen und so wandte er sich dem Alkohol zu. Er schlief in verlassenen Autos und hatte kaum mehr als die Kleidung, die er auf dem Leib trug. Ohne Perspektive und die Chance auf Hilfe ging er eines Tages in einen Gottesdienst und übergab gemeinsam mit einem Pastor Jesus sein Leben. Damals wusste er noch nicht, welche großartigen Gaben und Talente Gott in ihn gelegt hatte.
Die Kirche (Victory Mission) wählte zu einem späteren Zeitpunkt 60 Kinder aus, die Gesangunterricht bekommen sollten. Auch Alfred war einer von ihnen. Er entdeckte seine Leidenschaft für das Singen und die Gabe Menschen damit begeistern zu können.
Im Jahre 2000 verbringt er zum ersten Mal Zeit in einem Musikstudio und bemerkt, dass ihm das Singen dabei hilft, sich mit seiner Vergangenheit auseinanderzusetzen. Oft weint er beim Singen und es wird für ihn die Sprache seiner Seele. Und doch wächst parallel dazu der Glaube in ihm. Er lernt einen Gott kennen, der ihn bedingungslos liebt und der ihn niemals vergessen oder übersehen hat. Er begreift, dass er für Gott ein wichtiges Werkzeug in dieser Welt sein kann, wenn er sein Leben komplett vor Gott ausbreitet. Er ändert den Kurs, hört mit dem Trinken und dem Rauchen und beschloss nun auch für andere Menschen ein Segen zu sein.
Nach einiger Zeit fragten ihn die Menschen in seiner Gemeinde, weshalb er nicht zur Schule geht. Denn leider konnte er das Schulgeld nach wie vor nicht aufbringen. Umso glücklicher war er, als er nach Uganda eingeladen wurde, um dort die Schule abzuschließen. So brach er voller Hoffnung auf und wusste nicht, dass er sich auch diesmal einer sehr großen Herausforderung gegenübersah. In Uganda angekommen musste er feststellen, dass die Leute, die ihn einluden Alfred nun im Stich ließen, mit der Begründung, dass die Einladung nur ein Witz gewesen sei. Ohne Geld und ohne Hoffnung schlug er sich als Übersetzer durch und konnte mit dem verdienten Geld seinen Schulabschluss zum Teil selbst finanzieren. Gott hatte ihn auch diesmal nicht im Stich gelassen, denn Caro (eine bekannte Gospelsängerin) unterstütze ihn und bezahlte ihm Essen und eine Schuluniform. So konnte er durch weitere finanzielle Unterstützung die Mittelschule abschließen und zurück nach Ruanda zu seiner Familie kehren. Seit 2004 produziert und schreibt er nun Songs und gibt Gott damit die Ehre. Gott segnet seinen Weg und ebnet seine Pfade, denn er konnte bereits Musikvideos drehen und viele Menschen mit seinen Songs inspirieren.
https://www.youtube.com/watch?v=Qg6Sv4DkIUY
Ich selbst habe Alfred voriges Jahr im Dezember kennengerlernt, als er für ein kleines Vorweihnachtskonzert bei uns in Chemnitz zu Gast war. Wir haben uns auf Anhieb richtig gut verstanden und unterstützen ihn seitdem bei seinen Kinderhilfsprojekten.
Wer Alfred gern einmal LIVE erleben möchte, ist diesen Freitag herzlich zu unserm "afrikanischen Abend" eingeladen, Mehr Info`s dazu findest Du hier.
Damit verabschiede ich mich für heute mit einem "Umunsi mwiza Ndaba kunda" , was soviel heißt wie habt einen schönen Tag, ich liebe euch. (O-Ton Alfred)
Eure Alice